„Sauciére und Senftopf: Buckauer Jugendstil / Design“

Bayrisches Fernsehen, Kunst und Krempel

 

Datum:

Ausstrahlung: 05.12.2015, 19,45 Uhr

 

Gesprächsteilnehmer:

Herr Jens-Uwe und Teichfischer und Frau, Magdeburg mit Vorstellung einer Sauciére und eines Senftopfes aus der Buckauer Porzellanmanufaktur,

zwei Experten für Design (Dr. Josef Strasser, zweite Person namentlich nicht bekannt)

 

Leihobjekt:

 

Bisher einmalig aufgetaucht: Senftopf mit Deckel, Buckauer Porzellanmanufaktur, Entwurf wohl Hans und Fritz von Heider, Kunstgewerbeschule Magdeburg, H.: 9,4 cm, grüne kleine Brückenmarke. Nachweis: Sammlung Dauer, D1037

 

Schriftlicher Sendungsmitschnitt:

 

E.: Was haben Sie uns spannendes mitgebracht?

 

T.: Zwei Stückchen, die ich im Internet ersteigert habe. Als Sammler dieser Porzellanmarke wollte ich mal horchen, was Sie dazu sagen.

 

E.: Woher wissen Sie das, wie sind Sie darauf gekommen?

 

T.: Ich wohne in Magdeburg und das ist eine Porzellanmarke aus Magdeburg, die Buckauer Porzellanmanufaktur

 

E.: (die grüne Brückenmarke am Boden wird gezeigt) BPM das ist Buckauer Porzellanmanufaktur in der Nähe von Magdeburg. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zur Zeit des Jugendstils, durchaus ne bekannte Porzellanmanufaktur, bei der so interessante und begabte wichtige Designer wie Albinmüller zum Beispiel gearbeitet haben. In dem Falle bin ich mir nicht so ganz sicher, wer das Design, den Entwurf gemacht hat. Ich denke, es gibt da noch ein, zwei Namen Max und Fritz von Heider, die ursprünglich aus München kamen. In München auch ihre Ausbildung bekamen. Meines Wissens Bildhauer, Porzellanmaler ursprünglich und sich dann aber auch der Formgebung verschrieben haben bei eben der Buckauer Porzellanmanufaktur. Ja das ist immer glaub ich so'n Problem, wenn so'ne Manufaktur nicht wirklich gut erforscht ist und wenn sie danach suchen nach irgendwelchen Fakten, nach Unterlagen, nach Literatur, ich glaube, es gibt kaum was dazu und deshalb auch die Unsicherheit mit ner Zuschreibung. Was jedenfalls auffällt bei diesen Stücken ist die Qualität dieser Sachen., von der Formensprache auch. Das hilft uns einerseits das einzuordnen. Das dürfte um 1900, kurz nach 1900 sein. Es sind so ganz deutlich Jugendstilelemente, diese geschwungenen Teile. Leider weiß man nicht sehr viel über die Manufaktur und auch über die beiden Künstler. Man erkennt den Stil. Die beiden Objekte kommen sicherlich auch aus der gleichen Serie, natürlich vom Dekor her unterschiedlich ausgeführt. Benutzen Sie eigentlich die Sachen, weil das ist hier eine Sauciere, die man ja schön auf den Tisch stellen könnte?

 

T.:Andere Teile der Manufaktur benutze ich, aber die nicht!

 

E.: (das Senftöpfchen behandelnd) Hier ja vielleicht als Senftöpfchen oder so, Marmeladentopf. Man sieht das ja auch an der Form des Gefäßes. Ein entscheidender Hinweis ist wohl einfach die Aussparung für den Löffel oder sowas. Rein vom Wert her ist es, da die Manufaktur nicht so häufig gesammelt wird und man doch noch so wenig weiß, sehr schwer einzuschätzen. Ich würde jetzt gerne sagen 500EUR für beide zusammen, dann könnte man es sicherlich auf irgend einer Auktion international erzielen. Ich denke aber, dass der Preis momentan durchaus noch darunter liegt, also 250, 300, 350 EUR. Herzlichen Dank für das Vorbeibringen – eine ganz spannende Sache.

 

 

Bildunterschriften:

Abb. 1             In der Sendung vorgestellte Objekte, Foto aus der Sendung

 

Abb. 2             Senfgefäß, Buckauer Porzellanmanufaktur, Sammlung Dauer, D1037

 

 

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